Jahresthema 2013/14

Finanzen &
Banken


Der Sukuma Award will mit dem Thema „Bankgeheimnisse“ auf die mangelnde Transparenz von Bankgeschäften aufmerksam machen. Umweltzerstörende Großprojekte oder Investitionen in die Rüstungsindustrie gehören fernab der Öffentlichkeit zum Alltagsgeschäft unserer Banken. Ein Großteil der Geldinstitute spekuliert zudem mit Nahrungsmitteln – mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt.

Was kannst du tun?

Mit der Kampagne „Krötenwanderung jetzt“ hat attac Deutschland Positivkriterien für die Bewertung von Banken entwickelt. Der klare Ausschluss von ethisch bedenklichen Investitionen ist dabei ein wichtiger Punkt. Die Nachaltigkeitsbanken (EthikBank, Triodos Bank, UmweltBank und GLS Bank) verpflichten sich diese Kriterien und zeigen dadurch, dass es auch anders geht und dass man, auch wenn man ethische Prinzipien in den Vordergrund stellt, marktübliche Zinsen zahlen kann.

Das Problem

Die weltweiten Nahrungsmittelpreise waren in den vergangenen Jahren starken Schwankungen ausgesetzt; sie sind zum Teil über 100 Prozent gestiegen. Die Weltbank geht davon aus, dass 130 Millionen Menschen aufgrund dieser Entwicklungen in extremer Armut leben und viele hungern müssen. Die Vermutung liegt nahe, dass die steigenden und schwankenden Preise auch durch Lebensmittelspekulationen begründet sind. Ein weiterer wichtiger Faktor sind Landkäufe in großem Stil, die Unternehmen, Regierungen und Banken tätigen. Land ist eine lebensnotwendige Ressource, die immer knapper wird. Häufig werden auf riesigen Flächen Futtermittel oder Kraftstoff für die Autobranche angebaut – der Bevölkerung vor Ort nützt dies meist nichts. Schätzungen zufolge wurden zwischen 2006 und 2009 etwa 50 Millionen Hektar Land verkauft oder verpachtet, momentan (2013) sollen Kaufverhandlungen über 10 bis 30 Prozent des weltweit verfügbaren Ackerlandes laufen.

Wenig bekannt ist ein weiterer Teil des Bankengeschäfts: Investitionen in Waffen. Laut einer Studie von Facing Finance investieren mehrere deutsche Banken massiv in Rüstungsfirmen. Auch deutsche Waffenexporte tragen dazu bei, dass weltweit Menschenrechte verletzt werden. Ein negatives Beispiel ist hierbei die Deutsche Bank; die Geschäftsbeziehungen zu beispielsweise dem Rüstungsunternehmen Rheinmetall belaufen sich auf mindestens 3 Milliarden Euro. Außerdem soll die Deutsche Bank, zusammen mit der Dresdner Bank und der City Bank Group, einen Kredit über 700 Millionen US-Dollar an die Anglo-Gold Ashanti Gruppe in der DR Kongo vergeben haben. Das Unternehmen baut dort Gold ab und unterstützt zeitweise Militärmilizen, die gegen die Regierung kämpfen. Auch in Ghana hat sich die Anglo-Gold Ashanti schuldig gemacht. Kleinschürfer wurden dort brutal vertrieben, und Demonstrationen gewaltsam unterdrückt. Das Unternehmen drohte sogar mit dem Militär, falls die Einheimischen ihr Ackerland einfordern sollten.

Auch wenn sich viele Banken mit Investitionen in Erneuerbare Energien rühmen, sind die meisten ihrer Geschäfte alles andere als umweltfreundlich. Investitionen in Atomstrom sind gängige Praxis, allen voran bei der Deutschen Bank. Sie hat die Atomindustrie in den letzten zehn Jahren mit 7,8 Milliarden Euro unterstützt, danach folgen die Commerzbank mit Investitionen in Höhe von 3,9 Milliarden und die Unicredit/Hypo-Vereinsbank mit 2,3 Milliarden Euro. Auch nach dem Atomunfall in Fukushima hat sich an diesem Investitionsverhalten nichts geändert. Umweltorganisationen kritisieren zudem immer wieder Investitionen in Unternehmen, die die Umwelt verschmutzen und Menschenrechte verletzen. Dazu zählen der umstrittene Staudamm Belo Monte in Brasilien oder der von der Deutschen Bank unterstützte Börsengang des weltgrößten Kohleproduzenten Coal India.

Umsetzung der Spots

Wenn er mal groß ist, wird er Banker

Ist er nicht süß? Wen interessiert es da schon, dass er als zukünftiger Banker in dubiose Waffengeschäfte, umweltzerstörende Großprojekte und Nahrungsmittelspekulationen verwickelt ist?

Die Zimtschnecke

Eine Bäckerei und ein ganz normaler Kunde mit Appetit auf was Süßes. Eine ganz alltägliche Situation unseres Lebens. Doch dann passiert etwas Unerwartetes – ein Bankenrun auf die letzte Zimtschnecke.

Essen im Tank

Dieser Spot zeigt, dass Agrarsprit für unsere großen Autos dramatische Auswirkungen hat, denn er raubt anderen ihre Lebensgrundlage.

Die Gewinnerideen der Ausschreibung wurden durch den Potsdamer Regisseur Thomas Frick und ravir film GbR sowie mit der Hilfe vieler freiwilliger Engagierter professionell verfilmt. Als prominenten Unterstützer konnten wir nach der Zusammenarbeit mit Den Ärzten im Jahr 2012 erneut Bela B. gewinnen.

Am 20. August 2013 wurde der Spot nach der Idee von Michael Klarfeld „Wenn er mal groß wird, wird er Banker“ erstmals bei den Filmnächten am Elbufer gezeigt. Nach einigen spannenden Informationen zum Thema Bankensystem und nachhaltigen Alternativen von Markus Henn von Weed sahen an diesem Abend etwa 2000 Zuschauer diesen Spot.

In Chemnitz fand am 27. August 2013 bei den Filmnächten auf dem Theaterplatz die Premiere des zweiten Siegerspots „Die Zimtschnecke“, basierend auf einer Idee von Uwe Schnabel, statt. Der Spot zeigt auf originelle Art und Weise die Konsequenzen von Nahrungsmittelspekulationen unserer Banken auf und überträgt sie auf eine alltägliche Situation unseres Lebens.

Zum ersten Mal gab es 2013 auch einen Siegerspot Leipzig. Am 06. März 2014 feierte dieser Spot „Essen im Tank“, nach der Idee von Theo Gey, in den Passage Kinos in Leipzig vor vollem Haus seine Premiere.

Best-Of Filmdreh:

Wir möchten uns besonders bei den Filmnächten sowie den Dresdner Kinos, wie Schauburg und CinemaxX, für die Unterstützung und die Ausstrahlung der Kinospots bedanken. Zudem danken wir unseren Netzwerkpartnern Oxfam Deutschland, dem Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen (ENS), dem Regionalgeld-Verein Elbtaler sowie INKOTA für die gute Zusammenarbeit. Auch unseren Medienpartnern, dem DRESDNER Kulturmagazin, Dresden Fernsehen, der Hochschulzeitung ad rem sowie dem Online-Magazin Neustadt-Ticker danken wir sehr herzlich für die Unterstützung. Ein ganz besonderer Dank geht außerdem an alle Personen, die uns bei den Dreharbeiten unterstützt und tatkräftig mitgearbeitet haben! Die Spots wurden unter Leitung des Potsdamer Regisseurs Thomas Frick sowie dem Produktionsteam von ravir film GbR verwirklicht.

Wir danken allen SchauspielerInnen: Babette Kuschel, Conny Grotsch und Justus Klarfeld für den Dresden-Spot sowie Boris Schwiebert, Mathias Bleier, Martin Weigert, Diana Graf und den zahlreichen Komparsen für den Chemnitz-Spot. Für den Leipzig-Spot danken wir herzlich Günter Schoßböck sowie Christine Völkner.

Für die nette Zusammenarbeit mit der Klosterbäckerei danken wir Herrn Schülke, für das Sachsponsoring danken wir zudem MCS Sachsen. Wichtig für den Drehtag waren alle Maskenbildner und Hairstylisten: Anne Walther und Mija Beganovic sowie dem Team vom Friseursalon Hair.Design in Dresden; in Leipzig danken wir Jule Schelauske. Für die Gestaltung und Bereitstellung des Siegerpokals bei den Preisverleihungen geht unser herzlicher Dank an die Firma Glasfoto sowie an das Team von glückgehabt für den schönen Blumenstrauß. Besonders danken möchten wir zum Abschluss zudem Sebastian Lohse, dem Sprecher der Kinospots.

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