Jahresthema 2012/13

Faire
Kleidung


Was kannst du tun?

Frage Händler*innen nach den Produktionsbedingungen und unterstütze Firmen, die Mitglied bei Kontroll- oder Zertifizierungsorganisationen (wie Fair Wear Foundation oder der Ethical Trading Initiative) sind.

Frage die HändlerInnen, ob zertifizierte ökologische Textilien/Rohstoffe verwendet wurden. Hierfür ist das bisher einzige 100% unabhängig vergebene Label das GOTS-Siegel.

Sei kritisch! Nicht alle Label sind unabhängig und geprüft. Leider gibt es für die Textilverarbeitung (außer dem TransFair-Siegel ) bisher nur Label auf Rohstoffebene.

Das Problem

Der (Berufs-)Bekleidungssektor ist so groß wie verschwiegen. Wo, wie und unter welchen Bedingungen Polizeiuniformen, Arztkittel oder Richterroben produziert werden, bleibt im Dunkeln. Die Recherchen der Kampagne für Saubere Kleidung decken jedoch Ausbeutung vor unserer Haustür auf: Durchschnittlich gerade mal 101 Euro im Monat verdient ein*e Näher*in von Berufsbekleidung in der südeuropäischen Republik Mazedonien. Menschenrechtsgruppen beziffern einen existenzsichernden Lohn in Mazedonien jedoch auf 625 Euro. Gekauft und in Auftrag gegeben wird die Ware auch von deutschen Kommunen, die somit von den schlechten Arbeitsbedingungen profitieren. Möglich macht das ein sächsisches Vergabegesetz, das Menschenrechte und ökologische Standards außen vor lässt.

Modekonzerne wie H&M verschweigen sehr gerne, dass sie diejenigen sind, die den Großteil des Geldes ihrer Kunden einbehalten. Allein in Deutschland machte der schwedische Bekleidungsriese 2010 unglaubliche 3,38 Milliarden Euro Umsatz. Trotz oder gerade wegen dieses enormen Erlöses bleiben oftmals Kriterien, wie die umweltverträgliche Rohstofferzeugung und -verarbeitung oder eine faire Bezahlung der NäherInnen, auf der Strecke. Da die meisten Kleidungsstücke durch die vielen unterschiedlichen Verarbeitungsschritte von Betrieb zu Betrieb weitergereicht werden, kann nicht einmal ausgeschlossen werden, dass Kinder an der Herstellung von H&M-Kleidung mitgearbeitet haben. Es ist sehr schwierig zurück zu verfolgen, woher unsere Kleidung stammt und wie sie hergestellt wurde.

Umsetzung der Spots

Polizist*innen mit Handicap

So wird das nichts mit der Verkehrskontrolle, denn das ist eindeutig zu wenig! Der Spot thematisiert die Ausbeutung von Textilarbeiter*innen für die Herstellung von sächsischen Polizeiuniformen.

Ärzt*innen mit Handicap

Wie soll man sächsische Ärzt*innen und das Pflegepersonal ernst nehmen, wenn ihre Dienstkleidung nicht nach menschenrechtlichen und fairen Produktionsnormen hergestellt wird?

Sommer 2012 wurde der „Sukuma Award“ zum ersten Mal mit lokalem Fokusthema ausgeschrieben. Die Bürger*nnen in Dresden und Chemnitz waren unter dem Slogan „Die (fast) nackte Wahrheit über Uniformen“ aufgerufen, ihre Ideen für einen Kinospot über faire (Arbeits-)Kleidung einzureichen. Es sollte auf die Produktion von insbesondere sächsischer Berufsbekleidung wie Polizeiuniformen und Arztkittel zu Niedriglöhnen in Mazedonien aufmerksam gemacht werden.

Beide Ideen wurden unter Leitung des Potsdamer Regisseurs Thomas Frick und dem Produktionsteam von ravir film GbR sowie mit der Hilfe vieler freiwilliger Engagierter professionell verfilmt. Die verwendete Musik stellten uns Die Ärzte für den Dresden-Spot und Clueso für den Chemnitz-Spot zur Verfügung. Das Making-Of wirft einen Blick hinter die Kulissen des Drehs des Chemnitzer Siegerspots.

Der Spot thematisiert die Ausbeutung von Textilarbeiterinnen für die Herstellung von sächsischen Polizeiuniformen. Der Film hatte am 28. August 2012 vor ca. 1.500 ZuschauerInnen bei den Filmnächten am Elbufer Premiere.

Making-Of Film vom Dresden Dreh

Der Dreh fand im Krankenhaus Dresden-Neustadt statt. Der Spot beschäftigt sich mit der unfairen Produktion von sächsischer Krankenhausbekleidung beschäftigt. Der Film feierte am 21. August 2012 vor ca. 200 ZuschauerInnen in Chemnitz bei den Filmnächten auf dem Theaterplatz Premiere.

Wir möchten uns besonders bei den Filmnächten sowie den Dresdner Kinos, wie Schauburg und CinemaxX, für die Ausstrahlung der Kinospots bedanken. Zudem danken wir unseren Netzwerkpartnern Sachsen kauft fair, dem DGB Sachsen, dem Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen (ENS), der Grünen Liga Sachsen sowie der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen für die gute Zusammenarbeit. Auch unseren Medienpartnern, dem DRESDNER Kulturmagazin, Dresden Fernsehen sowie dem Online-Magazin Neustadt-Ticker danken wir sehr herzlich für ihre Unterstützung.
Ein ganz besonderer Dank geht außerdem an alle Personen, die uns bei den Dreharbeiten unterstützt und tatkräftig mitgearbeitet haben. Neben unserem Regisseur Thomas Frick und unserer Produktionsfirma ravir film gilt unser Dank allen SchauspielerInnen: Babette Kuschel, Benedikt Kauff und Felix Voigt für den Polizei-Spot sowie Roland Florsted, Mathias Bleier, Martin Weigert, Boris Schwiebert, Sarah F. Fanika und Josefa Jensch für den Arzt-Spot. Für die nette Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Dresden-Neustadt danken wir Naja Witthauer, für die Unterstützung von Seiten der TÜV Schule danken wir zudem Steffi Karn. Auch Andrea Nerlich vom Infit-Dessousladen möchten wir unseren herzlichen Dank aussprechen. Wichtig für den Drehtag waren alle MaskenbildnerInnen und HairstylistInnen: Nicole Thiele von ntcosmetics, Sarah Wiedemann sowie das Team vom Friseurstudio Knievel. Für die Gestaltung und Bereitstellung des Siegerpokals bei den Preisverleihungen geht unser herzlicher Dank an die Firma Glasfoto. Besonders danken möchten wir zum Abschluss zudem Sebastian Lohse, dem Sprecher unserer Kinospots.

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